In seiner fünften Regiearbeit bringt Michael Bully Herbig einmal mehr einen Helden der eigenen Kindheit auf die Leinwand. Die Realverfilmung zur Trickfilmreihe aus den 70ern hat das Zeug, ein Publikum jenseits der Kinderzielgruppe ins Kino zu locken. Die Angst vorm Wolf wird schon im Titelsong der Zeichentrickserie besungen und so schickt Bully Herbig seinen “Wickie” gleich zu Beginn des Abenteuers in Isegrimms Höhle. Diese Prüfung absolviert der clevere Knirps erfolgreicher, als es einst seinem Papa, dem Wikingerchef Halvar gelang. Dessen Haudrauf-Philosophie, in der ein kluges Köpfchen eine eher nachgeordnete Rolle spielt, kann und will Wickie aber nicht entsprechen. So wird der Vater-Sohn-Konflikt, der in der Trickserie 78 Folgen lang äußerst unterhaltsam funktionierte, von Herbig gleich in den ersten Minuten etabliert. Um den Vater zu läutern und verdientermaßen einen eigenen, echten Wikingerhelm tragen zu dürfen, muss ein gewaltiges Abenteuer bestanden werden und das beginnt mit dem Überfall auf Wickies Dorf Flake. Der Schreckliche Sven, gespielt von einem schrecklich gut aufgelegtem Günther Kaufmann, lässt alle Kinder des Dorfes entführen. Als der Wikingertrupp zur Befreiung aufbricht, ist Wickiemit an Bord, erst blinder Passagier, später dann der Anführer mit dem klugen, spektakulären Plan. Die Besetzung von “Wickie und die starken Männer” erweist sich als echter Coup, denn Helden und Gegenspieler sorgen allesamt für ein Déjà Vu nach dem anderen: Der kleine Jonas Hämmerle überzeugt genauso als Wickie wie Waldemar Kobus als Halvar und der, wie einige andere durch eine TV-Show gecastete “Faxe” Jörg Moukaddam. Jede Figur erhält dabei ausreichend Gelegenheit, ihre typischen Schrullen aus der Vorlage zu zeigen. Bully Herbig stand alles, was das Regisseurenherz begehrt zur Verfügung – ob segelfähige Drachenschiffe im bayrischen Walchensee und vor der Küste Maltas oder ein ganzes Wikingerdorf als Kulisse. Diesen Luxus in Sachen Ausstattung in großartige Bilder zu übersetzen, gelingt Herbig durchweg und auch in Sachen Timing zeigt er, dass er zu den “starken Männern” des deutschen Kinos gehört. Die Geschichte selbst bleibt meist vorhersehbar, aber das muss mit Blick auf ein junges Publikum auch Teil des Kalküls sein. Figuren und Geschichte sollen ungestört den Spirit der Trickfilme transportieren, daher schultert Herbig die Parodieelemente, die seine Fanbase von ihm erwartet, selbst: Er gibt den Erzähler, einen spanischen Chronisten namens “Congaz”, der an Antonio Banderas Rolle im Wikingerepos “Der 13. Krieger” erinnert. Nora Tschirner, Billie Zöckler und Herbert Feuerstein sorgen in Gastauftritten für Extra-Lacher, wohingegen mit Jürgen Vogel und Christoph Maria Herbst in tragenden Rollen Starpower geboten wird. “Wickie und die starken Männer” ist großes Kino für die ganze Familie, bietet den Jungen ein Abenteuer-Spektakel und den Älteren mit hübschen Filmzitaten (etwa zerfetzte schwarze Segel aus “Fluch der Karibik”) garnierte Nostalgie. Auch dank einer Marketing- und PR-Arbeit wie aus dem Lehrbuch wird Herbigs fünfter Streich mit stolz geblähten Segeln im Kinoherbst auf Beutezug gehen. hf.
Originaltitel: Wickie und die starken Männer Serientitel: Wickie Sprache: Deutsch DD 5.1 Untertitel: Dt. f. Hörg. Regie: Michael Bully Herbig
Darsteller: Jonas Hämmerle (Wickie), Waldemar Kobus (Halvar), Nic Romm (Tjure), Christian Koch (Snorre), Olaf Krätke (Urobe), Mike Maas (Gorm), Patrick Reichel (Ulme), Jörg Moukaddam (Faxe), Mercedes Jadea Diaz (Ylvi), Sanne Schnapp (Ylva), Ankie Beilke (Lee Fu), Günther Kaufmann (Der schreckliche Sven), Christoph Maria Herbst (Pokka), Jürgen Vogel (Pi-Pi-Pi-Pirat), Michael Bully Herbig (Congaz)
Produktion: Christian Becker Produktionsland: Deutschland Produktionsjahr: 2009 Bildformate: 1:2,35/16:9 Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1 Medienanzahl: 1 Laufzeit: 84 min.
Kritik: Bully Herbigs aufwändige Realfilmadaption der populären Zeichentrickserie ist großes Kino für die ganze Familie. Dabei erweist sich insbesondere die Besetzung als echter Coup, denn Helden und Gegenspieler sorgen allesamt für ein Déjà Vu – in ihrem Aussehen und den ihnen typischen Schrullen – während Herbig sich mit einer Nebenrolle begnügt. “Wickie” bietet den Jungen ein Abenteuer-Spektakel und den Älteren mit hübschen Filmzitaten garnierte Nostalgie. Ein Bombenhit im Kino. Jetzt ist Video dran.
Filmpreise: Name: Bogey – Box Office Germany Award Jahr: 2009 Kategorie: Gold – 3 Mio. Besucher in 30 Tagen
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