Überwältigend emotionales Abschiedsdrama um drei Schwestern, die ein letztes Mal ein paar Tage gemeinsam verbringen. Wenn Lars Kraume nicht gerade den “Tatort” inszeniert, offenbart er sich als vielseitiger Kinoregisseur, der mit Film Noir über Kommerz-Satire bis zuletzt Zukunftsentwurf (“Die kommenden Tage”) durch Wandlungsfähigkeit besticht. Sein Vordringen auf das Terrain des Sterbedramas ist wider Erwarten – obwohl das Drehbuch von der stets mit ungemütlichen Themen befassten Esther Bernstorff (“Das Fremde in mir”) stammt – nie so unerbittlich schmerzhaft wie Andreas Dresens “Halt auf freier Strecke”, sondern begegnet seiner existenziellen Schwere mit der Leichtigkeit und Klarheit des französischen Kinos. Durch den Kniff, die gerade 30-jährige Linda (bravourös natürlich: Jördis Triebel aus “Emmas Glück”) in der ersten Szene aufgrund ihres angeborenen Herzfehlers als Tote vorzustellen, die retrospektiv vom letzten gemeinsamen Wochenende mit ihren beiden Schwestern erzählt, rührt die melancholisch grundierte, dennoch oft genug heitere Erzählung von Anfang an. Ohne je sentimental zu werden, registriert Kraume zwar ihre Ohnmachtsanfälle und den bedenklichen Gesundheitszustand, gesteht aber sowohl ihr, als auch der älteren wie der jüngeren Schwester eine Lebenslust zu, die nicht aufgesetzt wirkt. Die äußerlich harte Katharina und das Nesthäkchen Clara, gespielt von Nina Kunzendorf sowie Lisa Hagmeister (beide ermittelten bereits im “Tatort”), werden gleichwertig charakterisiert. Dieses Trio durchlebt Glück und Unglück in einem verblüffend authentischen Miteinander, das sich nicht als Story, sondern wie ein spontaner Ausflug zu dritt, eine Flucht aus dem Alltag in dunkler Vorahnung des drohenden Todes gestaltet. Nachdenklich, aber nie schwermütig oder gar betroffen beobachtet eine bewegliche Kamera sie bei der Fahrt an die deutsche Küste und später zu Verwandten in Paris, etabliert eine verhalten-zarte Stimmung ohne Postkartenansichten, aber aufblühender Schönheit. Spaß und Tränen sind sehr ansteckend, der Tod ein subtiler Begleiter. Weil das immer ehrlich, echt und nie bedeutungsschwer bleibt, ist man wunderbar bewegt. tk.
Originaltitel: Meine Schwestern Sprache: Deutsch DD 5.1 Untertitel: Dt. f. Hörg. Regie: Lars Kraume
Darsteller: Nina Kunzendorf (Katharina), Jördis Triebel (Linda), Lisa Hagmeister (Clara), Stephan Grossmann (Micha), Jaecki Schwarz (Vater), Monika Hansen (Mutter), Marc Hosemann (Fabian), Maike Bollow (Heike), Angela Winkler (Leonie), Ernst Stötzner (Daniel), Béatrice Dalle (Mildred), Nele Mueller-Stöfen (Cordula)
Produktion: Frank Döhmann Produktionsland: Deutschland Produktionsjahr: 2013 Bildformate: 1:1,85/16:9 Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1 Medienanzahl: 1 Laufzeit: 86 min. Features: Audiokommentar, Entfallene Szenen, Trailer
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