Eine der größten Naturkastrophen der Antike ist Hauptdarsteller in Paul W.S. Andersons aufwendigem Effektspektakel. Mit Kontinuität arbeitet sich Anderson nach Game-Adaptionen, Science-Fiction-Filmen sowie einem Mantel-und-Degen-Ausflug durch den Genrekatalog. Dabei wachsen mit den visuellen Ambitionen des Briten auch die Budgets. “Pompeii” ist die vorläufige Kulmination dieser Entwicklung, ein dreidimensionaler Eventfilm, der sich zeitgemäß als Mashup präsentiert. Für eine Generation, die bestehende Inhalte und Elemente ohne Berührungsängste neu kombiniert, wird Baustoff aus “Conan”, “Gladiator”, dem TV-Hit “Spartacus” und Roland Emmerichs Filmografie zum Fundament einer Geschichte verarbeitet, die, genretypisch, wenig mehr als Beilage für den Hauptgang ist. Hier führen alle Wege nach Pompeii, laufen mehrere Handlungstränge in der Küstenstadt zusammen, findet ein Sklave (Kit Harrington aus “Game of Thrones”) in einem skrupellosen römischen Senator den Mann wieder, der sein ganzes Dorf und mit ihm seine Familie auslöschte. Hier entdeckt eine hübsche, reiche Kaufmannstochter (Emily Browning) mit diesem keltischen Krieger die Liebe, muss sich dabei den Avancen des römischen Politikers erwehren, der seine schmutzigen Finger nicht nur nach Pompeii, sondern auch ihr ausstreckt. Erstmals ist Kiefer Sutherland mit einer Katastrophe konfrontiert, die er nicht in 24 Stunden verhindern kann, gibt dabei lustvoll diesen Bösewicht, der fast mehr Gift spuckt als der Vulkan. Über eine Stunde werden Konflikte geschürt und Actionfans mit Gladiatorenkämpfen animiert, bis der Vesuv schließlich eruptiert. Vom Bimssteinregen, über Lavabomben, Schiffeversenken durch einen Tsunami und dem finalen pyroklastischen Strom feuert der Film sein Katastrophenarsenal ab, findet dabei auch Bilder, die man so noch nicht gesehen hat. Man muss es Anderson danken, dass er Religiöses nahezu ausklammert, auch wenn die zahllosen digitalen Airshot-Panoramen babylonische Assoziationen und himmlische Strafe für Fehlverhalten suggerieren. Das menschliche Drama, das nicht immer vom Dialog gestützt wird, fällt in “Pompeii” hinter dem visuellen Spektakel zurück, findet aber in der Fighter-Freundschaft zwischen Harrington und dem stets imposanten Adewale Akinnuoye-Agbaje einen Fokus, der, überzeugender als die angebahnte Lovestory, den Zuschauer über die Zerstörung hinaus an den Film bindet. kob.
Originaltitel: Pompeii Sprache: Deutsch dts HD 5.1 HR/Englisch dts HD 5.1 HR Untertitel: Dt. f. Hörg. Regie: Paul W.S. Anderson
Darsteller: Kit Harington (Sklave Milo), Emily Browning (Cassia), Carrie-Anne Moss (Aurelia), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Atticus), Jessica Lucas (Ariadne), Currie Graham (Bellator), Sasha Roiz (Proculus), Jared Harris (Severus), Kiefer Sutherland (Corvus)
Produktion: Paul W.S. Anderson Produktionsland: Kanada/Deutschland Produktionsjahr: 2014 Bildformate: 1:2,40/16:9 Mehrkanalton: dts HD 5.1 HR Laufzeit: 104 min.
Kritik: Nach Game-Adaptionen, Science-Fiction-Hits und einem Mantel-und-Degen-Film erforscht Paul W.S. Anderson ein neues Genre, vermischt Historien- und Katastrophenepos mit Elementen, die bereits andere Filme zu Erfolgen machten. Dieser Mashup ist zeitgemäß und dem Zuschauer von heute vertraut. Für die Dominanz des visuellen Spektakels über die Geschichte gilt das auch, die hier in einer Gladiatoren-Freundschaft einen Fokus findet, der den Zuschauer über die aufwendigen Kampf- und Zerstörungssequenzen hinaus bindet.
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