Fulminante Verfilmung des ersten gleichnamigen Romans von Stieg Larssons “Millenium”-Trilogie über das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau und familiäre Katastrophen. Verborgen hinter der bürgerlichen Fassade tun sich Abgründe auf an Perversion, Lüge und Unmoral. Düstere Familiengeheimnisse sind die Spezialität unserer skandinavischen Nachbarn, nicht erst seit Thomas Vinterbergs “Das Fest”. Die Flecken auf der weißen Weste der altehrwürdigen Vanger-Sippschaft deckt Niels Arden Oplevs Leinwandadaption von Stieg Larssons erstem Band der Millenium-Trilogie auf. Jedes Jahr zum Geburtstag erhält Henrik Vanger, ein reicher Patriarch, gepresste Blüten hinter Glas, für den 82jährigen das Geschenk des Mörders seiner Lieblingsnichte, das junge Mädchen verschwand vor vierzig Jahren einfach. Ein politisch engagierter Enthüllungsjournalist soll den alten Fall wieder aufrollen und klären. Mit Hilfe einer Hackerin stößt er nicht nur auf Nazi-Umtriebe, sondern auf Ungereimtheiten, Gewalt und sexuellen Missbrauch, ein Sodom und Gomorrha. “Die Krone der Schöpfung, der Mensch, das Schwein”, Gottfried Benns pessimistisches Urteil über den Homo Sapiens trifft hier voll ins Schwarze. Eine Reihe von zehn Büchern plante der schwedische Autor Stieg Larsson, der 2004 urplötzlich an einem Herzinfarkt starb, nur drei, die “Millennium Trilogie” wurden posthum veröffentlicht und ein Riesenerfolg – “Verblendung” war das bestverkaufte Buch in der EU im Jahr 2008 mit allein in Deutschland über drei Millionen begeisterten Lesern. Dem Dänen Oplev (“Der Traum”) gelingt ein kleines Wunder, er strafft die über 700 Seiten des virtuosen Konvuluts zu einem kompakten Drama aus einem Guss, ohne wichtige Handlungsstränge oder Figuren zu vernachlässigen. Allein die genaue Analyse eines Fotos entpuppt sich als psychologisch aufregendes Puzzle. Beim akribischen Aufdecken von Lebenslügen prallen zwei Charaktere aufeinander, der investigative Journalist Mikael Blomqvist, der wegen gezielter Verleumdung seinen Job verlor und nun seinen seriösen Ruf wieder herstellen möchte und die rebellische Computerexpertin Lisbeth Salander, psychiatrie-geschädigt, abweisend und jedem gegenüber misstrauisch. Beides ungewöhnliche Menschen, deren Wege und Emotionen sich kreuzen. Noomi Rapace ist fabelhaft als unkontrollierbares Wutbündel, die sogar dem beeindruckenden Michael Nyqvist die emotionale Schau stiehlt. Man möchte keine der beängstigend intensiven 152 Minuten dieses alptraumhaften und düsteren Thrillers missen, ein veritabler Höllenritt durch niedrige Instinkte – radikal, grausam, faszinierend. Freuen darf man sich jetzt schon auf “Verdammnis” und “Vergebung”, Teil 2 und 3 der Trilogie, die 2010 ins Kino kommen. mk.
Darsteller: Michael Nyqvist (Mikael Blomkvist), Noomi Rapace (Lisbeth Salander), Lena Endre (Erika Berger), Sven-Bertil Taube (Henrik Vanger), Peter Haber (Martin Vanger), Peter Andersson (Anwalt Nils Bjurman), Marika Lagercrantz (Cecilia Vanger), Ingvar Hirdwall (Dirch Frode), Björn Granath (Gustav Morell), Willie Andréason (Birger Vanger), Ewa Fröling (Harriet Vanger), Per Oscarsson (Holger Palmgren), Michalis Koutsogiannakis (Dragan Armanskij), Annika Hallin (Annika Giannini), Sofia Ledarp (Malin Eriksson), Tomas Köhler (Plague), David Dencik (Janne Dahlmann), Stefan Sauk (Hans-Erik Wennerström), Gösta Bredefeldt (Harald Vanger), Fredrik Ohlsson (Gunnar Brännlund), Gunnel Lindblom (Isabella Vanger), Reuben Sallmander (Enrico Giannini), Yasmine Garbi (Mimmi Wu), Margareta Stone (Birgit Falk), Christian Fiedler (Otto Falk), Georgi Staykow (Alexander Zalachenko), Nina Norén (Agneta Salander), Emil Almén (Polizist in Dalarna), Louise Ryme (Rezeptionistin), Pale Olofsson (Richter), Mikael Rahm (Bildredakteur), Lennart R. Svensson (Polizist in Skogen), Carl Oscar Tornros (Hooligan), Kalled Mustonen (Hooligan), Henrik Knutsson (Hooligan), Barbro Enberg (Ältere Dame), Ola Wallinder (Techniker bei Milton), Alexandra Pascalidou (TV-Reporterin), Siewert Oholm (Fernsehmoderator), Theilla Bladh (Ung Lisbeth), Laura Lind (Jennie Giannini), Richard Franc (Gottfried Vanger), Magnus Stenius (Plit), Monica Giannini, Isabella Isacson
Produktion: Søren Stærmose Produktionsland: Schweden/Dänemark/Deutschland Produktionsjahr: 2009 Laufzeit: 153 min.
Kritik: Mit seiner “Millennium”-Trilogie landete Stieg Larsson, der 2004 an einem Herzinfarkt starb, einen posthumen Bestseller-Erfolg mit Selbstläuferwirkung. Niels Arden Oplevs Verfilmung des ersten Romans der Reihe gelingt es, die 700 Seiten der Vorlage auf ein filmisch erträgliches Maß einzudampfen, die Qualitäten des Stoffes aber nicht nur beizubehalten, sondern sogar noch zu verschärfen. Mit Noomi Rapace und Michael Nyqvist wurden würdige Hauptdarsteller für den verzwickten Krimi gefunden, die auch in den Fortsetzungen glänzen werden.
Filmpreise: Name: British Academy Awards Jahr: 2011 Kategorie: Bester nicht-englischsprachiger Film
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